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Die Methode

Bei der Brachytherapie werden einmalig während der Operation radioaktive Jod 125 Stäbchen, die sogenannten Seeds über Nadeln vom Damm aus in die Prostata eingebracht. Die radioaktive Strahlung zerstört dann die Tumorzellen. Durch die exakte Planung und die nur kurzreichende Strahlung wird jedoch das gesunde, die Prostata umgebende Gewebe und Nachbarorgane wie zum Beispiel der Enddarm weitgehend geschützt.

Einführung Strand-Technik

Tabelle In den USA hat sich in den letzten Jahren zunehmend die Brachytherapie als bevorzugtes Behandlungsverfahren gegenüber der radikalen Prostataoperation zur Behandlung des organbegrenzten Prostatakarzinoms durchsetzen können, erstmalig sind 2004 mehr Brachytherapien als Radikaloperationen durchgeführt worden. Das bei der Brachytherapie verwendete Radioisotop Jod-125 ist ein niedrigenergetischer Gammastrahler mit geringer Strahlenbelastung und einer Halbwertszeit von 60 Tagen. Aufgrund der strahlenphysikalischen Eigenschaften von Jod 125 wird eine hohe Strahlendosis im Zielorgan erreicht. In Folge des raschen Dosisabfalls wird das umliegende Gewebe dagegen vor ernsteren Strahlenschädigungen geschützt,benachbarte Organe insbesondere die Schonung angrenzender Nervenstrukturen, die für die männliche Potenz und für die Schließmuskelfunktion, zum Erhalt der Harnkontinenz verantwortlich sind, ist hierdurch oftmals möglich. Die therapeutisch effektive Strahlenwirkung der Jod-Seeds auf das Gewebe hält ca. 200 Tage an, wobei eine gewünschte Gesamtzieldosis von 160 Gray erreicht wird. Bei der Brachytherapie werden 4,5 mm lange Seeds verwendet, die aus einem Titanmantel und einem darin befindlichen Silberdraht bestehen, der mit Jod-125 angereichert ist. Auch wenn das Prinzip der Brachytherapie, nämlich die Einbringung von Radionukliden in die Prostata schon aus der Vergangenheit bekannt ist, so stellt die heutige Applikationsform der Jod-Seeds transperineal in Strand-Technik unter sonographischer, radiologischer und digitaler Kontrolle, eine Perfektionierung dieses modernen Verfahren dar. Hierbei sind die Strand-Seeds mit resorbierbaren Prolenefäden in einem definierten Abstand von 1 cm miteinander verbunden.

seeds

Im Vergleich zu den bisherigen Einzel-Seeds wird damit der Ladevorgang der Applikationsnadeln vereinfacht, das Abwandern von Seeds in fremde Organstrukturen über Gefäße wird verhindert und die für den Therapieerfolg wichtige gleichmäßige Platzierung und Verteilung der Seeds deutlich verbessert. Der Transport der Seeds-Strands erfolgt in einer sterilen, Strahlenschutzverpackung aus Stahl.