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Der operative Ablauf der permanenten Brachytherapie

Bei der Brachytherapie handelt es sich um eine moderne Behandlungsmethode, bei der Urologen, Strahlentherapeut, Medizinphysiker und Anästhesist interdisziplinär zusammenarbeiten.

Das Einbringen der radioaktiven Jod-Seeds in die Prostata erfolgt über den Damm unter transrektaler Sonographie-, Röntgen- und Computerkontrolle in Vollnarkose. Die Operation wird im Sinne einer Online-Planung durchgeführt, d.h. Seedsplanung und Operation erfolgen in einer Sitzung.

OPaufbau

Der Patient wird in Steinschnittlagerung positioniert. Die Harnblase wird katheterisiert und mit 150ml verdünnter Kontrastmittellösung gefüllt. Der auf einer Stepping-Unit fixierte Ultraschallkopf wird über einen beweglichen Schlittenin den Enddarm eingeführt. Auf dem Schlitten ist ein Template mit als Koordinaten angeordneten Führungslöchern in Dammhöhe angebracht. Die für die Implantationsnadeln vorhandenen Punktionslöcher korrespondieren exakt mit den auf dem Ultraschallbildschirm und Computermonitor abgebildeten Raster.

Die Prostata wird mit der transrektalen Sonographie in 5 mm Schichten abgebildet. Die ermittelten Bilddaten werden von einer speziellen Computersoftware erfasst. Dann erfolgen in einer Computerzeichnung das genaue Festlegen der Organgrenzen von Prostata, Harnröhre und Enddarm.

Erfassungssoftware

Die im Computer dreidimensional erstellte Form- und Volumenverhältnisse mit den dazugehörig errechneten Isodosenkurven ermöglichen dem Medizinphysiker die benötigte Gesamtstrahlendosis, die Position und Gesamtanzahl der zu applizierenden Jod Seeds sowie die jeweilige Seedsanzahl pro Applikationsnadel genau zu berechnen.

 

Vor dem eigentliche Eingriff werden die speziell entwickelten,sterilen,21 cm lange, 18 Gage-Hohlnadeln mit der entsprechenden Anzahl von Seeds geladen und auf einem sterilen Tisch abgelegt.

Anhand der in der Computerdosimetrie errechneten Daten werden die geladenen Punktionsnadeln gemäß ihrer ermittelten Koordinaten präzise an die vorbestimmte Position in die Prostata unter simultaner Ultraschall-,Röntgen-und Computerkontrolle eingeführt.

Die im Ultraschallbildschirm auf die Prostata projizierten Templatekoordinaten ermöglichen dabei die genaue Visualisierung der Nadelposition.

Ablegen der Seeds Durch das Zurückziehen der Hohlnadel über das fixierte Stilett werden die Seeds linear von der Prostatabasis zum Apex abgelegt. Der Implantationsvorgang wird dabei sorgfältig von den Urologen, Strahlentherapeuten und Medizinphysiker am Ultraschallmonitor, Röntgendurchleuchtung und Computer kontrolliert und gegf. korrigiert.